Kein Sommer ohne Sonnencreme

Der Sommer ist da – endlich Sonne satt. Eine Sonnencreme ist dabei für mich unerlässslich. In den letzten Jahren hat die Sonneneinstrahlung stark zugenommen und obwohl ich eher in dunkler Typ bin, wird meine Haut schnell rot. Außerdem sollte man mit zunehmenden Lebensjahren auch an die Hautalterung denken. Die wird nämlich durch Sonneneinstrahlung stark beschleunigt.

Bild Sonnencreme

UVA- und UVB-Strahlen sind für unsere Haut eine große Herausforderung – vor allem für helle Hauttypen, Kleinkinder und ältere Menschen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung ist daher ein guter Schutz das A und O, um vorzeitiger Hautalterung, also Fältchen, und Hautschäden wie Pigmentflecken etc. vorzubeugen.

Statistiken zeigen, dass auch das Hautkrebsrisiko bei ungeschützter Sonnenexposition steigt – besonders für Menschen mit heller Haut. Und Sonnenbrände in der Kindheit bringen ein weiteres Risiko mit sich. Die Haut vergisst nicht und zeigt oft Jahrzehnte später irreperable Hautschäden.

Genauso ist es bei mir. Als Kind hatte ich einen Sonnenbrand auf der linken Schulter. In den letzten Jahren hat sich dort immer mehr eine insgesamt dunklere Färbung der Haut bemerkbar gemacht. Nichts Schlimmes, aber auch nicht schön.  

Sonnenstrahlen können tief in die Haut eindringen und Mikroverletzungen verursachen, wodurch sogar Zellstrukturen geschädigt werden. Die Strahlen reichen teils bis zum Erbgut der Zellen und können die DNA verändern.

An den Hauttyp angepasst

Der perfekte Sonnenschutz sollte sich immer an der Intensität der Sonneneinstrahlung und deinem Hauttyp orientieren. Natürlich hilft auch „textiler Lichtschutz“, also entsprechende Kleidung und ein Hut oder Cappy. Doch die Strahlen kommen auch an unsere Haut, wenn diese nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Daher am besten auch im Schatten eincremen.

Ob Sonnencreme, -spray, -lotion oder Sonnengel – für jeden Hauttyp und jede Gelegenheit ist etwas dabei. Wer zu fettiger Haut neigt, ist mit einem Gel besser aufgehoben, da es komplett fettfrei ist. Cremes weisen aufgrund ihres vergleichsweise fetten Charakters eine höhere Wasserfestigkeit und damit Resistenz beim Baden oder Schwitzen auf. Für eine Mischhaut sind Lotionen ideal. Spray hat den Vorteil, dass es auch auf behaarten Stellen landet.

Wie funktioniert Sonnencreme?

Sonnencremes beruhen auf dem Prinzip, die Haut durch Absorption, Reflexion oder Streuung von Strahlen eines bestimmten Spektrums vor UV-Strahlung zu schützen. Dabei wird unterteilt in chemische und mineralische Filter.

Chemische Filter wandeln die UV-Strahlen in der oberen Hautschicht in harmlose Infrarotstrahlung bzw. Wärme um. Sie bieten guten Schutz vor Strahlung, müssen aber öfter nachgecremt werden. Sie enthalten aber leider Stoffe, die als problematisch gelten, wie z.B. Octocrylen oder Oxybenzon. Zu diesem Thema gibt es auf der Webseite von Zentrum der Gesundheit einige Infos.

Mineralische Filter reflektieren und streuen die Strahlung, die auf der Haut landet. Dafür werden reflektierende, helle Partikel eingesetzt, z.B. Titandioxid oder Zinkoxid. Diese werden immer häufiger als Nanopartikel verarbeitet.

Der Vorteil ist, dass die Cremes nicht so stark „weißeln“. Andererseits stehen Nanopartikel in der Kritik, sich im Körper verteilen und über die Jahre hinweg anreichern zu können. Auch die Langzeitfolgen für die Umwelt sind sicherlich nicht die besten. Ist der Anteil an Nanopartikeln über 50 Prozent, muss dies als „Nano“ bei den Inhaltsstoffen der Sonnencreme aufgeführt sein. Daher am besten beim Kauf einer Creme darauf achten.

So berechnest du die Zeitspanne des individuellen Schutzes: Eigenschutz (je nach Hauttyp zwischen 5 bis 15 Minuten) × LSF = Minuten, die man geschützt in der Sonne verbringen kann.

Tabelle Hauttypen

Beispiel: Du hast sehr helle Haut und gehörst zur Gruppe 1. Die Eigenschutzzeit deiner Haut beträgt also ca. 10 Minuten. Benutzt du eine Creme mit LSF 20, kannst du dich theoretisch 200 Minuten (10 Minuten x 20) in der Sonne aufhalten, ohne dich zu verbrennen. Aber der volle, auf der Sonnencreme angegebene Lichtschutzfaktor wird selten erreicht, da man dafür eine sehr große Menge an Creme auftragen muss. Nimm von dieser theoretischen Maximalzeit besser nur ca. 60 Prozent, also ca. 120 Minuten.

Pflege und Schutz für besondere Fälle

Wenn du empfindliche oder sehr helle Haut hast, solltest du auf pflegende Sonnenprodukte mit hohem Schutzfaktor achten. Auch wenn du Allergiker*in bist oder unter Couperose, Rosacea, Akne oder Neurodermitis leidest, solltest du dich gut auf Sonnenbäder vorbereiten.

Und natürlich sind Kleinkinder besonders zu schützen. Sie benötigen selbst im Schatten einen hohen Sonnenschutz, da ihre Haut noch gar nicht an die Sonne gewöhnt ist. Sonnencremes für Baby und Kind schneiden sowieso meist am besten ab, da hier viel mehr auf Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe verzichtet wird. Viele Sensitiv- und Kinder-Sonnencremes enthalten zudem beruhigende und regenerierende Stoffe wie Panthenol und Antioxidantien wie Vitamin C und E, welche die Folgereaktionen der UV-Einwirkung abschwächen.

Tipps

  • Wähle zu Beginn des Sommers einen Schutz ab Faktor 30, für das Gesicht am besten eine Creme mit Faktor 50. Deine Haut muss sich erst an die vermehrte Sonnenexposition gewöhnen.

  • Der LSF (Lichtschutzfaktor, auch SPF – Sun Protection Factor) zeigt nur den Schutz vor UV-B-Strahlen an, die auch für einen Sonnenbrand verantwortlich sind. Es gibt jedoch noch die tiefer reichenden UVA-Strahlen, die für eine frühzeitige Hautalterung, Altersflecken und Hautkrebs verantwortlich sind. Cremes mit zusätzlichem UVA-Schutz erkennst du an dem extra Hinweis, nach EU-Richtlinien an einem kreisrunden Symbol mit den Buchstaben „UVA“ auf der Packung.
  • Die Entwicklung des vollen Schutzes benötigt einige Minuten. Deshalb ist das rechtzeitige Auftragen der Creme besonders wichtig, mindestens 20 Minuten vor dem Sonnenbad. Auch solltest du dich großzügig eincremen, ansonsten verringert sich die Schutzwirkung rapide.

Auch im Schatten ist Licht

Wegen der Streuung der Strahlen ist der schädliche UV-Anteil von seitlich einfallendem Licht nicht zu unterschätzen. Eine Studie von Meteorologen der Universität München geht von immerhin noch 60 Prozent UV-Strahlung aus. Auch bei bedecktem Himmel oder im Frühling werden teils schon hohe UV-Werte gemessen. Den täglichen UV-Index kann man inzwischen bei jeder guten Wetter-App abrufen.

Bekommen wir genug Vitamin D?

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das wir selber bilden müssen. Die Produktion erfolgt zu 80 bis 90 % in der Haut durch Sonnenlicht bzw. UV-B-Strahlen. Damit unser Körper genug Vitamin D herstellen und speichern kann, braucht er aber nur kurze ungeschützte Sonnenaufenthalte. Es reicht, wenn du deine Arme zwischen März und Oktober 2-3 Mal pro Woche ca. 10-20 Minuten der Sonne auszusetzt.

Und auch wenn wir eine Sonnencreme verwenden, läuft die Vitamin-D-Produktion beim Sonnenbaden. Die Creme verlängert nur die natürliche Schutzzeit der Haut. Ein Teil der UV-Strahlung gelangt trotzdem durch die Schicht. Somit blockiert eine Sonnencreme die Vitamin-D-Bildung nicht.

Im Spätsommer sind wir gewappnet

Mit der Zeit entwickelt sich durch die vermehrte Sonnenexposition ein Eigenschutz der Haut. Dieser entsteht durch die Verhornung bzw. Pigmentierung der Oberhaut. Dabei wird die Produktion der braunen Hautpigmente, dem Melanin, in den entsprechenden Zellen, den Melanozyten, angeregt. Im Spätsommer sind wir daher meist gut gewappnet und können Sonnencremes mit etwas kleinerem Lichtschutzfaktor verwenden.

Passende Sonnencremes finden

Die Vielzahl an Sonnenschutzcremes macht es nicht leicht, etwas zu finden. Recherchier am besten vorab. Auf was du getrost verzichten kannst: unzureichende UV-Filter, Nanopartikel, Duftstoffe und Ingredienzen, die gesundheitlich bedenklich sind oder negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können, wie etwa Kunststoffe und Silikone, PEG/PEG-Derivate oder Aluminium.

Was ich derzeit ausprobiert habe:

Bio Speick Sun LSF 30, unkomplizierte Sonnencreme für den Urlaub, die etwas weißelt, aber gut hält und auch wasserabweisend ist. Sie hat Zinkoxid als einzigen Lichtschutzfilter – ohne Nanopartikel und Aluminium. Reiz- und Parfümstoffe sind nicht enthalten.

Dayshade Cream LSF 50 fürs Gesicht von Beyer & Söhne. Sie arbeitet mit chemischen UVA- und UVB-Filtern und weißelt gar nicht. Sie ist reichhaltig, enthält Vitamin C, Vitamin E und Astaxanthin (Antioxidans), Hyaluron, Ceraminde – schützt also auch vor Hautalterung. Fühlt sich einfach gut an.

City CC getönte Bio-Gesichtscreme mit LSF 15. Sie enthält keine für mich bedenklichen Stoffe, kein Aluminium oder Nano und arbeitet nur mit Titanoxid als Schutz. Ist aber ein niedriger LSF.

Nivea Sun fürs Gesicht, getönt, LSF 50. Ohne Nano, Alu, aber mit Duftstoffen und einigen anderen konventionellen Ingredients, die so semi sind. Allerdings ist sie für mich gut verträglich und macht einen schönen Teint (bei heller, leicht beiger Haut).

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