Bye-Bye Plastik

Bild/PlastikmüllWas in den 1950er Jahren so praktisch, hygienisch und kostengünstig daherkam, entpuppt sich als Fiasko unserer Tage: Plastik. Der erdölbasierte Kunststoff, der um die 450 Jahre braucht, um zu verrotten, hat in unserem Alltag überhandgenommen. Weltweit wurden 2016 über 320 Millionen Tonnen Plastik produziert, fast 50-mal soviel wie vor 60 Jahren. 35 Prozent des weltweiten Plastikverbrauchs sind dabei auf Verpackungen zurückzuführen. Wir können also durchaus selbst etwas bewirken, indem wir Bye-Bye Plastik sagen!

Gerade mal 42 Prozent unseres Plastikmülls werden recycelt, der Rest wird zur Energiegewinnung verbrannt oder in andere Länder verschoben. Es hilft also alles nichts, wir sollten Plastik ersetzen, wo es nur geht. Unserer Umwelt zuliebe.

Eine Unmenge Plastik, nämlich acht bis zehn Millionen Tonnen, landen jedes Jahr im Meer – und damit in der Nahrungskette. Riesige Inseln aus Plastik trudeln auf den Ozeanen und sind nur die Spitze des Eisbergs, da auf dem Meeresboden der viel größere Anteil verstreut ist. In den Meeren schwirrt damit schon jetzt sechsmal mehr Plastik als Plankton. Und leider gibt’s noch eine Superlative: Unsere Ackerböden sind noch stärker mit Plastikpartikeln verschmutzt als die Meere.

Durch den Abrieb von Autoreifen, das Waschen von Synthetikfasern und die Verwendung von Duschgel oder Zahnpasta gelangt zudem gefährliches Mikroplastik in die Umwelt – und in unser Blut.

Fangen wir also an, dem Plastik die Rote Karte zu zeigen. Da so vieles auf Plastik basiert, kann das im ersten Schritt fast überfordernd wirken. Aber keep cool. Es ist wichtig, überhaupt mal anzufangen.

Was wir tun können, um Plastik zu reduzieren

Wert auf Qualität setzen

Produkte, die mit Bedacht auf die Umwelt und Langlebigkeit hergestellt werden, haben zwar ihren Preis, aber die Herstellung erfordert eben eine zeitintensive Sorgfalt und wertige Materialien. Billig kann die ökologische Variante daher kaum sein.

In die Läden!

Leider trägt das viele Bestellen online auch zu einem Übermaß an Verpackungsmaterial bei. Geht wieder mehr in die Läden!

Dedizierte Läden unterstützen

Läden, die sowieso wenig Verpackungsmaterial anbieten, ausfindig machen. Das sind zuallererst die Unverpackt-Läden, die immer zahlreicher werden. Daneben ist es aber auch im Bio- oder Hofladen, beim Bäcker und Gemüsehändler sowie auf dem Wochenmarkt kein Problem, mit eigenen Verpackungsmaterialien aufzuwarten.

Konsumverhalten

Neben dem bewussten Einkaufen und Aufbewahren kommt irgendwann auch der Punkt, an dem wir unser eigenes Konsumverhalten unter die Lupe nehmen müssen. Brauchen wir wirklich wieder ein neues … (fill in the blanks)? Vielleicht kann ich ein defektes Teil doch noch reparieren, bevor es im Müll landet? Wenn Bedürfnisse – z.B. durch Internet-Werbung und Werbe-Newsletter – getriggert werden, kannst du schauen, welche tieferen Bedürfnisse angesprochen werden. Innehalten und achtsames Beobachten sind da gefragt. Mit der Zeit entwickelt sich daraus dann wieder mehr Wertschätzung für das, was man hat.

Verpacken und Verstauen

Plastikbehälter können durch alle möglichen anderen Dinge ersetzt werden: Stoffbeutel, Papiertüten, Holzschachteln, Glas- und Edelstahlbehälter. Einfrieren lässt sich in Gläsern und Edelstahlboxen, Brot sogar im Baumwollbeutel. All das kann man sich peu à peu anschaffen. Alte Plastiksachen sollten noch so lange wie möglich benutzt werden, sonst landen sie nur früher im Müll.

Be prepared

Oft fällt einem auf dem Weg ein, dass es zu Hause keine Äpfel mehr gibt. Habt also am besten immer einige kleinere und größere Stoffbeutel in deiner Tasche parat.

Statt Frischhaltefolie

Eine tolle Alternative zur Frischhaltefolie ist das wiederverwendbare Bienenwachstuch. Das mit Wachs überzogene Baumwolltuch gibt es in verschiedenen Größen. Mit der Wärme der eigenen Hand lässt es sich um Schüsseln und Töpfe formen.

Putzmittel und Kosmetika

Besonders Putzmittel und Kosmetika haben viel Plastikverpackung. Doch beides lässt sich super selbst herstellen. Mithilfe von Natron, Soda, Essig und Zitronensäure kannst du die wichtigsten Putz- und Waschmittel herstellen.

Deo oder Zahncreme können auf Basis von Natron und anderen natürlichen Stoffen selbstgemacht werden. Und um den Verbrauch an Shampoo- und Duschgelflaschen zu reduzieren, eignen sich z.B. feste Seifen. In den letzten Jahren ist das Angebot an Shampoo-, Conditioner- und Körperseifen rasant gewachsen. Es gibt tolle kleine Manufakturen, die sich ganz der Herstellung sanfter Seifen widmen und immer mehr Anklang finden.

Weitere Alternativen zu Shampoo wären noch: Waschnüsse, die ayurvedischen Mixturen Shikakai und Amla, Rhassoul-Erde, farbloses Henna, Roggenmehl, Ei oder Apfelpüree (ohne Zusätze) u.v.m.

Old school

Statt unendlich Taschentücher und Servietten samt Verpackung zu verwenden, kann man wieder – ganz altmodisch – Stofftaschentücher und -servietten benutzen. Beim Backen kann man, statt Backpapier zu verwenden, mit Mehl und Fett arbeiten.

Sei kreativ

Hebe Verpackungsmaterial auf und verwende es für das nächste Päckchen, das du selbst verschickst. Lass deine Kinder mit den vielfältig geformten Karton- und Styroporteilen basteln – oder werde selber kreativ.

Für unterwegs parat

Besonders unterwegs und auf Reisen fällt mehr Plastikmüll an, als einem lieb ist. Schaffe dir To-go-Becher und -Geschirr an.

Reparieren

Statt neu zu kaufen, lässt sich vieles flicken und reparieren. Die Mentalität, Dinge zu reparieren, muss man sich wieder aneignen. Aber neu ist auch nicht immer besser …

Stoffe aus Naturfasern

Statt Klamotten aus Polyester (z.B. Fleece oder Sport-Bekleidung) Kleidung aus Naturfasern den Vorzug geben! Auch Lappen, Vorhänge, Decken sind oft aus kunststoffbasierten Materialien. Schau auf die Materialangaben und wäge ab.

Kaugummi

Kaugummi ist vielfach auch aus künstlichem Gummi und belastet damit die Umwelt. Es gibt aber auch natürliches Kaugummi aus Kautschuk u.Ä.

Hier auch ein weiterer Artikel von mir – mit nützlichen Links:
https://trend-spotter.de/plastikfrei/

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